Aufbau einer kleinen PV-Anlage mit Li-Io Akku

zum Wegwerfen zu schade

Da ich aufgrund meines Nebenberufes häufig alte Laptopakkus übrig habe, habe ich schon vor ein paar Jahren überlegt was man damit noch so machen kann statt sie einfach nur zu entsorgen.

Zuerst war die Frage, ob es irgendwie möglich ist einen vom Laptop als unbrauchbar erkannten Akku wieder zum Laufen zu bringen. Ja, es ist möglich. Nein, der Aufwand um Austausch-Zellen da wieder rein zu bekommen oder ein Gerät zu entwickeln, was mit dem Akku kommuniziert und so ggf. defekte Zellen wiederzubeleben lohnt sich nicht.

Mittlerweile bekommt man kaum gebrauchte Akkus für die Modelle, die gerade als Leasingrückläufer unterwegs sind für ca. 15,- €, aber auch da ist nach dem Rekalibrieren natürlich ein gewisser Ausschuss vorhanden.

das Sammeln beginnt

Irgendwann bekam ich ein paarTaschenlampen aus China, welche mit 18650ern betrieben werden in die Finger. Und da ging es los mit Akkus schlachten, Zellen testen und dem Aussortieren.

Anfangs noch mit wenig Ahnung und Ausstattung habe ich mittlerweile eine kleine Recycling-Station am Laufen.

Das Recyclingboard bei der Arbeit.

der erste Akku

Ein gleichmäßiger Nachschub an Akkus war also vorhanden und es wurden weit mehr als ich für Powerbank, Taschenlampen, Schrankbeleuchtung und andere Kleinigkeiten benötigte. Irgendwann kam die Idee dem Fahrrad einen E-Motor zu spendieren und den Akku dazu selbst zu bauen. Gesagt, getan und mittlerweile verrichtet der 40-Zeller brav seinen Dienst.

Im Winter kommt er leider nicht so oft raus.

nächster Schritt: PV-Anlage

Nachdem sich immer mehr 18650er von den üblichen Herstellern ansammelten wurde wieder überlegt was man noch damit anstellen könnte. Ein KFZ wäre interessant, wurde aber wieder verworfen. Schließlich will das Fahrrad ja auch benutzt werden. Im Internet wurde ich auf sogenannte Powerwalls aufmerksam. Pufferakkus von Hobbybastlern, die an Photovoltaik oder anderen Energiequellen hängen und einige Verbraucher damit speisen.

Ein Bekannter hatte ebenfalls davon gehört und machte sich sogleich ans Werk. Seine Kleinanlage läuft mittlerweile einwandfrei. Bei mir fehlt hier und da noch ein bisschen Material. Die PV-Module – 6x LG, 320Wp – stehen schon bereit, werden aber aufgrund der Witterung nicht so schnell aufs Dach kommen. Alles Andere ist bereits in Vorbereitung. Der Akku mit 392 Zellen und einer geschätzten Kapazität von 2,9kWh sollte bald fertig werden. Auch die Verkabelung in der Wohnung kommt voran.

Ich werde in den kommenden Wochen vom weiteren Fortschritt berichten.

Libre Computer – Eine Raspberry-Alternative

Nachdem ich seit zwei Jahren meine Home-Automation mit OpenHAB auf einem Raspberry 2 betreibe suchte ich nach einer leistungsstärkeren Alternative. Der Raspberry 3 wäre natürlich ein Stück schneller, aber geht da nicht noch mehr?
Nach etwas Recherche bin ich auf das Kickstarter-Projekt „Libre Computer“ gestoßen. Der Libre Computer punktete bei mir aufgrund des schnellen Prozessors, bis zu 2GB RAM und keine (für mich) unnötigen Features wie WLAN oder Bluetooth. Weiter ist die Ethernet-Schnittstelle im Gegensatz zum Raspberry unabhängig vom USB-Bus. Der Libre Computer, auch „Le Potato“ genannt, kann mit Linux oder Android betrieben werden. Die OS-Images sind noch nicht in finalen Versionen verfügbar, es gibt aber schon Preview Releases.

Technische Daten

CPU: Amlogic S905X SoC (4x ARM Cortex-A53 2GHz)
RAM: 1GB / 2GB
Netzwerk: 100 MBit/s Ethernet
USB: 4x USB 2.0
Grafik: Mali-450 (HDMI 2.0)
Massenspeicher: Micro-SD-Slot & eMMC-Connector

Weitere Schnittstellen:
3,5 mm Klinke
S/PDIF (Pinheader)
40 GPIO Pins
IR Receiver

Ausführlichere Infos und Daten zum Board gibt es bei www.board-db.org.

Wo bekommt man den Libre Computer?

Inzwischen ist die Kickstarter-Kampagne erfolgreich abgeschlossen und die Boards mit der Modellbezeichnung AML-S905X-CC werden ausgeliefert.
Der reguläre Verkauf des Libre Computer erfolgt auf loverpi.com. Das Board mit 2GB RAM und ohne Kühlkörper kostet hier derzeit 45,00$ + Versandkosten.
Die Lieferung nach Deutschland dauerte in meinem Fall gut fünf Wochen, so habe ich mein Exemplar am 30.11.2017 gut verpackt erhalten.
Inzwischen ist der Libre Computer auch auf Amazon.com erhältlich.

Getting started

Im Wiki von loverpi.com entsteht derzeit eine Sammlung zu interessanten Links rund um den Le Potato.
Dort findet man auch den Link zum Download der Ubuntu-  und Debian- Images bei armbian.com.

Mein Board lässt sich problemlos mit der aktuell angebotenen Version vom Armbian Debian Stretch booten.
Die Installation und Einrichtung von OpenHAB steht nun als Nächstes an.