System nach Neuinstallation zu langsam

oder die Suche nach den magischen Funktionen.

Nachdem meine in die Jahre gekommene Windows 7-Installation Performanceprobleme verursachte – Firefox lief nicht mehr rund  und die Arbeit mit Windows selbst war träge, Spiele liefen aber einwandfrei – entschied ich mich nach einigen Stunden der Fehlersuche für eine Neuinstallation.

Ich gehöre zwar zu den Leuten, die regelmäßig Ihre Prozesse und Dienste überprüfen, aber ich kam ehrlich gesagt trotz meiner Kenntnisse über Windows und dessen Möglichkeiten es wieder flott zu bekommen nicht dahinter, warum u.A.  das Scrollen im Browser oder Fenster hin- und herschieben Lags hatte. Erst wich ich auf Chrome aus, aber das half auch nur ein bisschen.

Da ich eine SSD übrig hatte, machte ich zuerst eine Testinstallation, lies alle Updates laufen, installierte Firefox, importierte mein Profil und siehe da: alles flott, geht ab wie Schnitzel. Also dann: Backup machen und die System-SSD kurzum mit frischen Betriebssystem versehen.

Um sich ein besseres Bild von meinem System machen zu können hier die groben Specs:

  • Intel Core i5 2500K (wassergekühlt mit Corsair H60, zzt. nicht übertaktet)
  • Asus P8P67 Evo (ältere Version)
  • 24GB RAM
  • 240GB Samsung 840pro SSD
  • Sapphire Radeon R9 280X Tri-X OC 3GB
  • 625W Enermax Modu 82+
  • verpackt in einem mit 5 140er Lüftern bestückten Gehäuse von Fractal Design

Wieder liefen die System-Updates und ich installierte eifrig die Treiber und Programme für den täglichen Einsatz. Bis dahin alles Routine, bis ich am Ende merkte, dass wieder alles ein wenig träge war. Das konnte nicht sein, die Testinstallation war doch auch okay. Ich grübelte über die Unterschiede nach, die es hätte geben können, aber bis auf die SSD (die von der Testinstallation war eine 120er Kingston V300) habe ich nichts verändert. Also USB-Stick rein und die Testinstallations-SSD wieder rauskramen: „Benmark-Tools, tut eure Arbeit“.  Das Passmark-Benchmark sollte Gewissheit bringen und brachte leichte Enttäuschung. Die Gesamtpunkte waren ein gutes Stück unter denen aus der Testinstallation. Aber nicht, wie vermutet von der SSD, sie war ja das einzig andere Bauteil, einfach alle Werte waren schlechter.

Man möge mir an dieser Stelle verzeihen, dass ich keine Screenshots davon habe. Da ich diese Situation bisher nicht nachstellen konnte, ist es mir im Nachhinein leider nicht möglich welche anzufertigen. Sobald ich wieder so einen Fall habe, werde ich welche machen.

Also gut, fassen wir zusammen: Ich habe zwei frische Windows-Installationen, gleiche Treiber, gleiche Updates, so ziemlich gleiche Programme, keine auffälligen Prozesse und die eine performt nicht.

Während ich meine bisherigen Erfahrungen mit Google-Ergebnissen verglich fiel mir, ich weiß bis heute nicht warum, auf, dass bei dem Echtsystem in den Systemeigenschaften die Systembewertung noch nicht gelaufen war. Hatte ich sie denn im Testsystem ausgeführt? Denke nicht. Na gut, drücken wir doch mal drauf, eventuell komme ich hiermit hinter die Ursache. Das Ergebnis war genauso informativ wie meine bisherige Recherche. Alles auf 7,9 bis auf den Prozessor, der bekam 7,6. Testsystem gebootet, jepp alles gleich. Also wieder ran und als ich so das Echtsystem hochfahren lies, war ich dann doch überrascht. Es war auf einmal schneller. Firefox scrollte, Benchmark-Ergebnisse passten. Irre.

Ich habe bisher keinen Hinweis im Netz auf dieses Verhalten gefunden, aber ich konnte es neulich – Beweis wird nachgereicht – wiederholt bei einem Laptop sehen. Die Lesegeschwindigkeit von der SSD in diesem Laptop war vor der Bewertung unter 100MB/s und danach ca. 145MB, etwa genauso hoch wie die Schreibgeschwindigkeit, die davon offenbar nicht abhängt.

Fazit: Die Windows 7 Systembewertung macht das Windows schneller!

Weiterer Fazit: Die Windows 7 Systembewertung führt sich normalerweise von alleine aus, nur halt bei meinem System nicht…

Der Spaß ging neulich in Runde 2, als sich eine ähnliche Geschichte bezüglich meiner Grafikleistung abspielte:

Ein ruhiger Abend. Die Wohnung war sauber, die Thinkpads gefixt, man könnte tatsächlich mal wieder ne Runde zocken. Der Goat-Simulator bot sich an. Ein kurzweiliges Vergnügen, geboren aus einer Spielerei mit der Unreal 3-Engine. „Hat das denn früher schon leicht geruckelt? Liegt vielleicht an der neuen Spiel-Version. Das war doch schneller!“ Mir fiel auf, dass die Grafikkarte nicht wie sonst üblich Geräusche von sich gab, die die drei Lüfter erzeugten. Sie war leise.

Also gut: aktuelle Version vom Heaven-Benchmark laden, Furmark installieren und GPU-Z auftreiben. Ich fand eine Liste mit Heaven-Ergebnissen unter anderem mit R9 280X- Karten, die etwas höher getaktet als meine, um die 1.000 Punkte erreichten.

Kurz noch die Einstellungen verglichen, alles auf Max, Auflösung runter auf 1920×1080, okay. Heaven Benchmark sagt 568 Punkte und 23fps. Das ist entschieden zu wenig!

Also wieder googeln und tatsächlich fand ich einige Fälle mit ähnlichen Problemen aber keiner brauchbaren Lösung.  Die Karte wurde während des Benchmarks gerade mal 63° C warm, was auf ein Problem mit der Stromversorgung hindeuten könnte.

Also mal am modularen Netzteil die Karte anders eingesteckt. Wieder hochgefahren und, weil es keine Ladezeit hat, Furmark zum Belasten angeworfen. Keine Änderung.

„Treiber ist aktuell? Jop, ist er. Hmm auf der Sapphire-Seite ist eine andere Version als auf der von AMD, sieht älter aus.“ Das musste es sein. Das Problem bestand seit dem neuen System, also kann es gut sein, dass ich im alten System noch den älteren Treiber hatte. Der Sapphire Treiber, Catalyst 14.9 befand sich gleich in der Download-Liste. Ich fand außerdem noch das „TriXX“, ein Übertaktungs-Tool von Sapphire, was mich doch recht interessierte. Es könnte ja auch sein, dass die Karte falsche Taktraten verwendet und GPU-Z das aus irgendeinem Grund nicht korrekt anzeigt. Sie lagen bis dahin bei 1100/1600 MHz, also eigentlich so wie vom Hersteller gewollt.

Die Treiberinstallation der älteren Version änderte gefühlt gar nichts. Nicht einmal die angezeigte Treiberversion -.- Also spielte ich mal mit dem Tool rum, da gab es auch einen hübschen Reset-Knopf für die Clocks, welcher zwar nichts an den Clocks, jedoch aber sehr wohl die VDDC, also die Spannung vom Chip von ganz niedrig  0.875 V auf fast Maximum 1.250 V „zurücksetzte“. Das klang nun wirklich nach einem Hinweis. Im GPU-Z stand immer noch 0.875 und mit Furmark am laufen 16A. Google sagte doch, dass 16Ampere okay waren, was sagte es zur Spannung? Nichts konkretes, aber ich fand es schon irritierend, dass sie, wenn man dem Tool glauben sollte, ein ernst zu nehmendes Stück höher sein sollte. Ich schaute mir das Tool weiter an und wurde fündig. Jetzt habe ich auch nen Screenshot:

trixx_magischer_knopf

Force constant Voltage – Musik in meinen Ohren.

Tatsächlich lag ich richtig. Ein Neustart des TriXX-Tools und schon sprang die Spannung im GPU-Z auf den vermissten Wert.

gpuz_trixx_nach_umstellung

Der Strom ging auf 29Ampere, obwohl ich nur die Spannung veränderte, die Karte erreichte die 70°-Marke und ich konnte die Lüfter hören, wie ich es gewohnt war. Fabelhaft!

Einen Rückschlag erlitt ich dann aber doch mit Furmark: 12 satt vorher 15 FPS – „dasskanndochnicht, wassolldermist, ichwillendlichinsbett!“

Ich erinnerte mich, dass Furmark nicht immer das Zuverlässigste war, wenn es wirklich ums herausfinden der Leistung geht, also noch ne Runde Heaven 4.0 und siehe da:

heaven_aktuell

Es war geschafft. Der Haken im Tool lässt sich übrigens rausnehmen, was die Spannung aber nicht mehr in ihren Ursprungszustand versetzt. Da ich die Situation also mal wieder nicht nachstellen kann, habe ich dazu keine Screenshots.

Ich hoffe der Eintrag hat dennoch nicht gelangweilt und wünsche fröhliches Daddeln.